Willkommen beim Netzwerk Weiterbildung

Wir bieten Informationen und Hilfen für alle Beteiligten bei Fragen der beruflichen und politischen Bildung und Weiterbildung.

Unser Ziel ist die Reflektion und Verbesserung der beruflichen Situation der Weiterbildungsbeschäftigten. Die Grundsätze unserer redaktionellen Arbeit finden sie unter Über uns/Aktuelles.

Aktuelle Nachrichten zur Entwicklung in der Weiterbildung finden sie unter Weiterbildung in Deutschland.



Honorarkräfte der Erwachsenenbildung in Brandenburg sollen künftig mehr Geld bekommen

(02.08.2018) Eine stärkere Förderung der Weiterbildung das sieht der vom Kabinett beschlossene Entwurf des Haushaltsgesetzes für 2019/2020 vor. Die Honorardozentinnen und Honorardozenten an Volkshochschulen und anderen Einrichtungen der Erwachsenenbildung sollen künftig besser bezahlt werden, vorbehaltlich der Zustimmung des Landtags zum Doppelhaushalt 2018/19
mehr...


Schlecht bezahlt oder irgendein Honorar so um die 20 Euro

(01.08.2018) Mit einer Kleinen Anfrage versuchte die Fraktion der GRÜNEN im niedersächsischen Landtag, ein wenig mehr über den Umfang und die soziale Lage von Honorarkräften im Bildungsbereich zu erfahren. Die Landesregierung hat natürlich alle Möglichkeiten ausgeschöpft, so wenige Informationen wie möglich an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen. Trotzdem sind die Antworten durchaus interessant.

So heißt es z. B. zu den Lehrbeauftragten an Hochschulen, von denen es mehrere Tausend gäbe: Lehraufträge an Universitäten und Hochschulen werden nach geleisteten Lehrstunden vergütet. Mit dieser Stundenvergütung sind alle Kosten, die der oder dem Lehrbeauftragten entstehen, abgegolten. Die Vergütung für Lehraufträge ist weder gesetzlich noch untergesetzlich allgemein festgelegt. Vielmehr entscheiden die Universitäten und Hochschulen nach eigenem Ermessen über die Höhe der Lehrauftragsvergütung. Das wars. Das Ministerium gibt keine Information darüber, was denn nun konkret gezahlt wird. Und welcher Arbeitsumfang an so eine Lehrstunde geknüpft ist.

Ganz anders soll die Sache bei Geflüchteten aussehen. Dort bietet die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) sogenannte Wegweiserkurse für Kinder und Jugendliche an, um sie auf die Regelschule vorzubereiten. Zur Bezahlung heißt es dort: Die durchschnittliche Bruttovergütung der in der LAB NI eingesetzten Honorarkräfte beträgt 20,00 Euro pro 45 Min., d. h. 26,67 Euro pro Stunde. Offensichtlich ist das Ministerium des Innern der Meinung, dass solche Vorbereitungskurse weder Vor- noch Nachbereitung nötig haben. Bei einer normalen Vor- und Nachbereitung müssen für eine Unterrichtsstunde 1,5 Zeitstunden angesetzt werden. Der echte Stundenlohn wäre dann nicht 26,67 Euro, sondern 13,33 Euro. Was der Realität deutlich näherkäme.

Noch merkwürdiger wird es im Justizressort. Dort werden je nach Justizvollzugsanstalt offensichtlich unterschiedliche Honorare gezahlt. Im Geschäftsbereich des MJ variiert die Bruttovergütung pro Unterrichtsstunde zwischen 17 Euro in der Justizvollzugsanstalt Celle über 20 Euro in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel sowie 25 Euro in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg bis 30 Euro in der Jugendanstalt Hameln (Durchschnitt über alle Anstalten: 23 Euro pro Unterrichtsstunde). Eine auch nur ansatzweise Erklärung für die unterschiedliche Behandlung der Lehrkräfte wird nicht gegeben.

Dagegen wird die Behauptung aufgestellt, dass sich Volkshochschulen an den Aufwendungen für die Sozialversicherung beteiligen würden. In Fachbereichen, in denen Lehrkräfte einen wesentlichen Stundenumfang erreichen - das sind in der Regel die Programmbereiche Deutsch als Fremdsprache oder der Zweite Bildungsweg - beteiligen sich Volkshochschulen bzw. die Träger zum Teil im Rahmen ihrer jeweiligen Honorarordnung an den Sozialversicherungsbeiträgen. Wer gerne gewusst hätte, um welche Volkshochschulen es sich hier handelt und wie hoch die Beteiligung ausfällt, dem wird durch diese Landesregierung nicht geholfen. Dazu findet sich nichts in der Antwort.

Da sollte doch mal weiter nachgefragt werden.
mehr...


Wenn das Land Bremen mehr Geld in die VHS steckt, sollen auch die Honorarkräfte davon etwas abbekommen.

(25.07.2018) Mit einem Antrag forderte die Fraktion Die Linke in Bremen, die Honorare bei der dortigen Volkshochschule auf das Niveau der BAMF-Vergütung von 35 Euro anzuheben und anschließend an die Lohnentwicklung im TVöD zu koppeln sowie die Zuschüsse entsprechend zu erhöhen. In einem ersten Schritt sollte eine Erhöhung der Honorare an Musikschule Bremen und VHS Bremen um fünf Euro pro Unterrichtseinheit zum 1. Januar 2018 und um weitere fünf Euro im Jahr 2019 erfolgen.

Nach einer Beratung im zuständigen Ausschuss (städtische Deputation für Kultur) wurde dieser Antrag jetzt abgelehnt. Die Mindesthonorare lägen jetzt bei 23 bzw. 25 Euro je Unterrichtseinheit und seien in den letzten Jahren um 4 Euro je Unterrichtsstunde erhöht worden, so der Ausschuss in seiner Stellungnahme.

In dem Bericht heißt es weiter: In den Folgejahren nach 2020 solle eine weitere schrittweise Anhebung der Honorare bis auf 31 Euro pro Unterrichtsstunde ermöglicht werden. Arbeitnehmerähnliche Beschäftigte gemäß dem Tarifvertragsgesetz sollten Zulagen/Zuschüsse zu Rentenversicherungs- und Krankenversicherungsbeiträgen (entsprechend der hälftigen Arbeitgeberanteile bei Arbeitnehmern) sowie ein Urlaubsentgelt entsprechend dem Bundesurlaubsgesetz erhalten. Das alles stünde unter unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers zu den dafür notwendigen Zuschusserhöhungen für die Volkshochschule.
mehr...


Bundestag beschließt Einsetzung einer Enquete-Kommission Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt

(24.07.2018) Ohne Gegenstimmen hat der Deutsche Bundestag am 28. Juni 2018 die Einsetzung einer Enquete-Kommission Berufliche Bildung in der digitalen Welt beschlossen. Die Grünen enthielten sich der Stimme.

Die Kommission wird aus 19 Mitgliedern des Bundestages und 19 Sachverständigen bestehen. Nach Ansicht der Antragssteller führt der digitale Wandel zu einem immensen Bedeutungszuwachs für das lebensbegleitende Lernen. Die Kommission solle daher die Entwicklungsperspektiven der beruflichen Aus- und Weiterbildung in der künftigen Arbeitswelt untersuchen und die ökonomischen und sozialen Potentiale einer Modernisierung prüfen. Zudem führe die Digitalisierung zu einem Kulturwandel des Lernens an den Berufs- und Ausbildungsstätten, die aktiv gestaltet werden müsse.

Die Grünen wollten mehr Öffentlichkeit. In einem Änderungsantrag forderten sie: Die Sitzungen und Anhörungen oder Fachgespräche der Enquete-Kommission sind regelmäßig öffentlich. Zudem wollten sie Beteiligungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit, um deren Anregungen in geeigneter Weise in die Arbeit der Kommission einfließen zu lassen. Dieser Antrag fand keine Mehrheit im Parlament.

Die Kommission soll dem Deutschen Bundestag vor Ablauf der Legislaturperiode über ihre Arbeitsergebnisse berichten und Handlungsempfehlungen vorlegen. Ihr Bericht wird in angemessener Form einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
mehr...


Bayerischer Landtag beschließt neues Erwachsenenbildungs-Förderungsgesetz

(23.07.2018) Die Bayern haben ein neues Erwachsenenbildungs-Förderungsgesetz beschlossen. Mit allen vier gegenwärtig im Landtag vertretenen Parteien, wie alle stolz berichten. Aufgrund des umfassenden Reformbedarfs hätte es eine Änderung des alten Gesetzes nicht mehr gebracht, so die Antragsteller. Doch warum gleich ein neues Gesetz?

Das alte Gesetz hatte durch den Landesrechnungshof 2014 ziemlich Schiffbruch erlitten. Auf der Grundlage dieser Prüfungen verloren drei Träger auf Landesebene die für die EbFöG-Förderung notwendige staatliche Anerkennung mit der Folge, dass derzeit neben den Volkshochschulen lediglich zwei weitere Landesorganisationen sowie das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes gefördert werden können. Im Hinblick auf die Pluralität der Erwachsenenbildungsträger besteht hier weiterer Verbesserungsbedarf, so die Begründung des Gesetzes (Drucksache 17/22597). Mit den neuen Definitionen im Gesetz dürfen jetzt mehr Träger gefördert werden.

Und um zu zeigen, dass selbst der Bayerische Landtag die hohe Bedeutung der Weiterbildung erkannt hat, wird die Fördersumme in vier Schritten insgesamt um 20 Millionen Euro jährlich angehoben. Allerdings stehen den Trägern gegenwärtig bei einem Landeshaushalt von fast 61 Milliarden Euro lediglich knapp 20 Millionen Euro zu Verfügung. Das entspricht etwa 1,50 Euro je Einwohner oder 0,3 Promille des Landeshaushalts. Da ist noch viel Luft nach oben.
mehr...