Grundsätzliches zur Weiterbildung
Hier finden Sie Vorträge, Analysen und Hintergrundinformationen, von denen wir der Meinung sind, daß sie über den aktuellen Anlaß hinaus von Bedeutung sind.
Wer sich grundsätzlich mit der gesellschaftlichen Bedeutung der Weiterbildung auseinandersetzen will oder vertiefende Informationen zu Teilaspekten des Themas wünscht, wird hier fündig.
Inklusion statt Exklusion – Gute Bildung für gute Arbeit!
(29.02.2012) Das Finanzkapital behandelt die Gesellschaften und ihre demokratisch legitimierten Institutionen wie Geiseln, treibt sie vor sich her, bereichert sich an Gewinnen. Gewinne, die durch Arbeit, häufig aber auch durch deren Zerstörung, durch „Arbeitsplatzabbau“, zustande gekommen sind. Die Risiken dieser Entwicklung, die zwangsläufig auftretenden „Crashs“ wälzt es auf die Allgemeinheit ab. Private, ganz und gar nicht interesselose Rating-Agenturen, die zum Teil dem Verdacht von „Insider“-Geschäften ausgesetzt sind, bestimmen über Wohl und Wehe ganzer Gesellschaften: Der realwirtschaftlich entwurzelte Finanzkapitalismus zockt um Profite auf dem Rücken der Arbeitnehmer und der Steuerzahler und treibt Staaten in den Bankrott.
Der Raubtierkapitalismus hat längst auch unsere Gesellschaften wieder ergriffen. Die Folgen sind zunehmende Armut, nicht zuletzt aufgrund zunehmend prekärer Beschäftigung, und soziale Ausgrenzung. Das Normalarbeitsverhältnis aus den Tagen des Rheinischen Kapitalismus wird langsam, aber sicher vom Normal- zum Sonderfall. Die Ausweitung der Leiharbeit als meist prekäre Form atypischer Beschäftigungsverhältnisse auf nie da gewesene Größenordnungen ist ein augenfälliges Symptom sozialer Erosion. Auch in der Bildung und Weiterbildung nimmt die soziale Selektion zu. Wer noch über gute Jobs verfügt, dem werden ausreichende Weiterbildungschancen angeboten. Der Rest erhält, wenn er Glück hat, ein Bewerbungstraining seines örtlichen Jobcenters.
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Hunger nach Wissen, lustvolle Weiterbildung
(10.02.2012) Die gewerkschaftliche Initiative „Bundesregelungen für die Weiterbildung“ hat im VSA-Verlag einen Band über die Lust am Lernen und dem Hunger nach Wissen herausgebracht. Mit dem Beginn der kapitalistischen Warenproduktion beginnt die Aufwertung der Tätigkeitsformen Arbeiten und Lernen. Die erweiterte Wissensanhäufung begleitet die sich beschleunigende Kapitalakkumulation. Leitsprüche tauchen auf, die vorher sinnlos gewesen wären: »Wissen ist Macht« und »Zeit ist Geld«.
Die Arbeiterbildungsvereine des 19. Jahrhunderts erst erschlossen breitere Zugänge zum Wissen auch für das »gemeine Volk«. Vorkämpfer war der Schneidergeselle Wilhelm Weitling (1808-1871). Der Hunger auf Wissen ergriff weitere Kreise. Heute aber hat sich vorherrschend ein wirtschaftlich begründeter Zwang zum Lernen durchgesetzt. Lernen bereitet keine „Lust“ mehr. Es geht nicht um die Befriedigung eines menschlichen Bedürfnisses, die Welt um sich herum besser zu verstehen. Es geht um Bildungs-Abschlüsse und deren Wert für die Verwertung der eigenen Ware Arbeitskraft.
In diesem Zwangszusammenhang besteht die Gefahr, dass Freiheitsspielräume zunehmend beschränkt oder aufgegeben werden. Es kommt deshalb darauf an, sich von selbstverschuldeter Unfreiheit immer wieder neu zu befreien und den unverzichtbaren Kern der Aufklärung zu bewahren, selbständig zu denken, nachzufragen und dafür zu lernen.
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Erste Weiterbildungskonferenz der Landesregierung
(29.11.2011) Nordrhein-Westfalens Schul- und Weiterbildungsministerin Sylvia Löhrmann hatte am 21. November zur ersten Sitzung der Weiterbildungskonferenz eingeladen. Ziel der Konferenz ist die Weiterentwicklung der Weiterbildungslandschaft im Land Nordrhein-Westfalen.
Au der Konferenz wurden die Ergebnisse der Evaluation der Weiterbildung im Lande bewertet. Außerdem wurden die Vorschläge der Gutachtet zur weiteren Förderung der Weiterbildung diskutiert.
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Nachqualifizierung An- und Ungelernter in Hessen
(07.08.2011) Personen ohne anerkannten Berufsabschluss werden überdurchschnittlich oft erwerbslos. Außerdem befinden sie sich häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen.
Der Abbau von einfachen Arbeitsplätzen, für die keine besondere berufliche Qualifikation erforderlich ist, verschlechtert zudem die Beschäftigungschancen von Un- und Angelernten. Auf der anderen Seite werden Fachkräfte benötigt. Mit einer Umschulung (Nachqualifikation) von Un- und Angelernten besteht die Möglichkeit, sowohl prekären Arbeitsverhältnissen wie auch drohender Erwerbslosigkeit zu entgehen. Eine Nachqualifizierung bietet die Gelegenheit, nachträglich einen in Deutschland anerkannten Berufsabschluss zu erwerben und insofern die qualifikationsbedingte Lücke zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage zu schließen.
In Hessen ist die Nachqualifizierung An- und Ungelernter Teil des für die Jahre 2010-2012 erneuerten Hessischen Paktes für Ausbildung. Die Paktpartner haben sich dabei darauf verständigt, „die Angebote zur (auch berufsbegleitenden und modularen) Nachqualifizierung von Geringqualifizierten zu verbessern und quantitativ auszuweiten.“ Vor diesem Hintergrund wurde die Hessen Agentur vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung beauftragt, im Rahmen der vorliegenden Studie quantitative und qualitative Informationen zur Nachqualifizierungssituation in Hessen bereitzustellen, Hindernisse für abschlussorientierte Nachqualifizierungen zu identifizieren und Handlungsansätze aufzuzeigen.
Über 115.000 Erwerbslose in Hessen verfügen über keinen anerkannten Berufsabschluss. 2009 nahmen lediglich 2.662 Personen an einer Externen- oder Umschulungsprüfung teil. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) könnte im Rahmen der Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW) entsprechende Maßnahmen fördern. Doch weiterhin erschwert die Trennung zwischen den Rechtskreisen des SGB II und III dazu die mittel- und langfristige Qualifikationen von Erwerbslosen.
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Lebensbegleitendes Lernen und Gleichwertigkeit – Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung
(23.05.2011) Durchlässigkeit ist wesentlich zur Verwirklichung von Chancengleichheit und lebensbegleitendem Lernen. Die hier abrufbare ver.di-Position benennt das grundsätzliche Ziel: Chancengleichheit und Durchlässigkeit im Bildungssystem so zu erhöhen, dass ökonomische und sozio-kulturelle Bildungsschranken an Bedeutung für den persönlichen Bildungsweg und die eigene Biografie verlieren.
In die Position vom April 2011 sind die Ergebnisse und Anregungen der ver.di-Tagung vom 17. Januar 2011 "Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung - Vision oder Wirklichkeit?" eingeflossen. Die Tagungsmaterialien sind hier ebenfalls abrufbar.
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„Berufliche Weiterbildung in Europa – Was Deutschland von nordeuropäischen Ländern lernen kann“
(30.11.2010) Der vermeintliche und tatsächliche Fachkräftemangel ist seit Monaten Thema in allen Medien. Für die Otto Brenner Stiftung hat sich Rainer Weinert in einer aktuellen Studie mit tarifpolitischen Weiterbildungsstrategien beschäftigt.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen skandinavischen Ländern und Deutschland in der beruflichen Weiterbildung werden in der Studie herausgearbeitet und Ansatzpunkte für eine gewerkschaftspolitische Strategie aufgezeigt. Zur Behebung von Qualifizierungsproblemen werden die in Schweden entwickelten „Technik-Colleges“ als Modell für Deutschland vorgeschlagen. Dabei bestimmen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände zusammen mit den Unternehmen die Qualitäts- und Effektivitätskriterien für die Einrichtungen des staatlichen und nichtstaatlichen Aus- und Weiterbildungssystems. Durch diese Zertifizierung in Verbindung mit einer generellen Aufwertung der Erwachsenenbildung könnte die Weiterbildungslandschaft in Deutschland partiell reguliert und dadurch dem Fachkräftemangel insbesondere in Ostdeutschland begegnet werden.
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Die eine Krise gibt es nicht
(31.10.2010) Prominente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich auf Bitten der Gewerkschaften bereitgefunden, über die aktuellen Probleme und die Zukunft der beruflichen Bildung nachzudenken. Der Sachverstand ist gebündelt im Wissenschaftlichen Beraterkreis der Gewerkschaften IG Metall und verdi.
Diese Stimme ist für die Gewerkschaften, aber auch für die vielen gesellschaftlichen Akteure in der Berufsbildung wichtig. Nach der Broschüre „Ohne Berufe geht es nicht“, der Bestseller-Streitschrift „Bildung ist keine Ware“ werden jetzt zum dritten Mal die Berufs-Bildungs-Perspektiven vorgelegt mit dem Titel „Bildung in der Krise – weder innovativ noch gerecht“.
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Lernen Ältere anders?
(08.09.2010) Die Initiative IT 50Plus, eine Gemeinschaftsinitiative des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) und der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall), beschäftigt sich in einer neuen Broschüre mit dem Lernverhalten älterer Beschäftigten?
Sie geht unter anderem der Frage nach, ob für „Ältere“ eine besondere Didaktik in Lernprozessen entwickelt und angewandt werden muss. Besonders bedeutend ist der Erhalt der Gesundheit der Beschäftigten. Gesundheit ist eine existenzielle Voraussetzung für das Lernen im Alter. Ein weiteres Kapitel untersucht daher die betriebliche Gesundheitsförderung und die Herausforderungen, die an eine gesunde Arbeitsumgebung zu stellen sind.
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Zukunft der Bildung
(10.08.2010) Mehr als 100 Kolleginnen und Kollegen nahmen am 28. und 29. August 2009 an der gemeinsam von den Fachbereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie Besondere Dienstleistungen in ver.di veranstalteten Fachtagung „Zukunft der Bildung“ teil. Was muss sich am deutschen Bildungssystem ändern, um Chancengleichheit für Alle zu erreichen? So lautete die zentrale Fragestellung der Fachtagung. Klar ist, das Bildungssystem ist hochgradig selektiv. Wer hat, dem wird gegeben. Kosmetische Operationen an einzelnen Teilen des Bildungssystems werden nicht ausreichen, sollen die Forderungen nach „Bildung für Alle“ oder „Lebenslangem Lernen“ mit Leben erfüllt werden.
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Lebenslanges Lernen im Betrieb - Neuere Praxisbeispiele
(02.08.2010) Der Betrieb ist ein Ort des Lebenslangen Lernens. Unternehmen sind auf ständiges Lernen ihrer Beschäftigten angewiesen und diese auf die Ermöglichung Lebensbegleitenden Lernens, um ihre Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten und weiter zu entwickeln. Hier gibt es Entwicklungen, die von den übergreifenden Untersuchungen zur Beteiligung von Betrieben und Beschäftigten an Weiterbildung nicht erfasst werden: Eine Verstärkung des informellen arbeitsplatzorientierten und arbeitsintegrierten Lernens, eine spezifische Art und Weise der Organisation der verschiedenen Ressourcen für Lebensbegleitendes Lernen in den Betrieben und die Reorganisation betrieblichen Lernens in der Aus- und Weiterbildung. Dreizehn Fallstudien aus Betrieben unterschiedlicher Branchen machen diese Entwicklungen transparent.
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