Willkommen beim Netzwerk Weiterbildung

Wir bieten Informationen und Hilfen für alle Beteiligten bei Fragen der beruflichen und politischen Bildung und Weiterbildung.

Unser Ziel ist die Reflektion und Verbesserung der beruflichen Situation der Weiterbildungsbeschäftigten. Die Grundsätze unserer redaktionellen Arbeit finden sie unter Über uns/Aktuelles.

Aktuelle Nachrichten zur Entwicklung in der Weiterbildung finden sie unter Weiterbildung in Deutschland.



Demografische Entwicklung erreicht Weiterbildungsmarkt: Anbieter wollen ihre Angebote verändern

(08.02.2012) Die Ergebnisse des Weiterbildung-Monitors 2011 beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit dem Thema "Weiterbildungsanbieter im demografischen Wandel". Rund ein Viertel der Weiterbildungsanbieter will innerhalb der nächsten fünf Jahre Angebote zur Qualifizierung für altersgerechtes Arbeiten im Betrieb, zum Transfer des Erfahrungswissens ausscheidender Mitarbeiter/-innen oder zur erfolgreichen Bewältigung des demografischen Wandels in Betrieben einführen.

Maßnahmen für Betriebe, die der Qualifizierung Älterer für altersgerechtes Arbeiten, der Gestaltung des demografischen Wandels im Betrieb und dem Transfer von Erfahrungswissen Älterer dienen, sind, so die Ergebnisse des wbmonitor, bislang eher selten. Sie stellen allerdings aus Sicht der Weiterbildungsanbieter den größten Wachstumsmarkt dar.

Ein Problem stellt nach Ansicht der Autoren der Studie der Rückgang der Weiterbildungsförderung durch die Arbeitsagenturen da. Agenturen mit Bevölkerungsrückgang sind besonders stark von den Kürzungen in der Arbeitsmarktpolitik betroffen. Der Rückgang in der Weiterbildungsförderung arbeitsloser Fachkräfte und Akademiker/-innen durch die Arbeitsagenturen kann die regionalen Ungleichheiten noch verstärken. "Die Weiterbildungsförderung sollte regionale Unterschiede stärker berücksichtigen und als wichtiger Baustein der regionalen Strukturentwicklung betrachtet werden", so BIBB-Präsident Esser.
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Einigung im Streit um den Deutschen Qualifikationsrahmens

(01.02.2012) Lange schwellte er, der Streit um die Zuordnung der beruflichen Bildungsabschlüsse und der allgemeinbildenden Schulabschlüsse in den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR). Am 31. Januar 2011 haben sich die Kultusminister der Länder und Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und die Bundesregierung auf ein Modell verständigt.

Heraus gekommen ist ein Kompromiss, der den Streit nicht löst. Die beruflichen Bildungsabschlüsse werden, wie von den Kultusministern gefordert, auf die Niveaustufen 3 und 4 gesetzt. Dafür verzichten sie auf eine Zuordnung der allgemeinbildenden Bildungsabschlüssen in das System. Schulabschlüsse seinen im „internationalen Rahmen durch völkerrechtliche Staatsverträge geregelt“, so lautet die Lösungsformel in der gemeinsamen Vereinbarung. Dadurch würden den Absolventen von allgemeinbildenden Schulabschlüssen im „europäischen Rahmen“ keine Nachteile entstehen.

Das zugleich der Meister und Techniker dem Bachelor gleichgestellt wird, löst den Streit zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung nicht wirklich. Diese Gleichstellung erhalten nur diejenigen, die derartige Bildungsmaßnahmen erfolgreich absolviert haben. Der/die Facharbeiter/in hingegen bleibt bei der niedrigen Einstufung stehen. Von einer wirklichen Gleichstellung zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung kann daher nicht ernsthaft gesprochen werden.
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Betriebsräte der sozialen Vereine machen mobil gegen Tarifflucht

(23.01.2012) Die Betriebsräte der sozialen Vereine in Frankfurt haben sich am 17. Januar 2012 erstmals zu einer gemeinsamen Betriebsratssitzung getroffen. An dieser Sitzung nahmen 80 Betriebsratsmitglieder aus 13 Betrieben (Aufzählung siehe unten) mit rund 4000 Beschäftigten teil.

Die Betriebsräte wehren sich gegen die Vergabepraxis der Stadt. Eine äußerst großzügige Vergabe von öffentlichen Aufträgen an Anbieter mit Billiglöhnen hat zu einer Abwärtsspirale bei der Bezahlung der Beschäftigten geführt. Das wollen die Beschäftigten sich nicht mehr länger gefallen lassen.
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Nationaler Qualifikationsrahmen

(19.01.2012) In Deutschland streiten sich Kultusminister auf der einen und Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften auf der anderen Seite munter um die Zuordnung von formalen Qualifikationen im Rahmen des Regelwerks des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR).

Bildung jedoch ist mehr als die Sammlung bunter Testate. Die Ausrichtung von Nationalen Qualifikationsrahmen auf die Zuordnung lediglich formaler Bildungsabschlüsse versperrt die Sicht auf die Bildungsprozessen. Die Zuordnung von Qualifikationen und der tatsächliche Erwerb von Wissen, Kenntnissen und Kompetenzen sind zwei grundverschiedene Dinge. Instrumente der Zuordnung sind keine geeigneten Instrumente für Verbesserungen des Lernens.
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Entwicklungstendenzen in der deutschen Bildungslandschaft

(13.01.2012) Was in den 50er und 60er Jahren als Erwachsenbildung begann und eng mit dem Bild der Volkshochschulen verknüpft ist, hat sich mittlerweile zu einer der größten Sektoren in der Bildung entwickelt, vielleicht sogar zum größten: die Weiterbildung. Im Gegensatz zu den staatlich regulierten Bereichen der Bildung, wie Schulen oder Hochschulen, ist die Weiterbildung weitestehend privatwirtschaftlich organisiert. Und entsprechend der privaten Organisation und Verfasstheit gibt es keine Standards in Bezug auf die Arbeitsbedingungen und Entlohnung; kein Branchentarifvertrag regelt gewisse Standards für die Beschäftigten.

Mittlerweile sind in Teilen der Weiterbildung prekäre Beschäftigungsbedingungen zur Regel geworden; Neueinstellungen fast ausschließlich befristet und die schon immer nicht geringe Zahl von Honorarverträgen nimmt zu bei gleichzeitig sinkenden Honorarsätzen – bis unter € 10,-- pro Unterrichtsstunde à 45 min. Das System schlechter Entlohnung und unsicherer Beschäftigung beginnt zunehmend, sich auf den staatlich kontrollierten Bereich der Bildung auszudehnen. In der angestrebten Ganztagsbetreuung von Schulen werden aus ostengründen vermehrt Honorarkräfte eingesetzt. In den Hochschulen werden miserable Honorare für Lehrbeauftragte gezahlt.

Was sich in der Weiterbildung abspielt – drastisch sinkende Gehälter, Befristungen, teilweise mit extrem kurzer Laufzeit und ausweitende Honorarbeschäftigung -, hat für alle in der Bildung Tätigen und an Bildungsfragen Interessierten eine große Bedeutung. Roland Kohsiek vom ver.di Landesbezirk Hamburg ist sich sicher:“Gute, erfolgreiche und sinnvolle Bildung ist nur mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen und soliden Arbeitsbedingungen zu machen. Wer von der wirklichen Bildungsrepublik träumt (oder andere nicht täuschen will), muss diese Seiten der Bildung genau im Auge behalten.“
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